Dienstag, 23. Dezember 2014

Vorweihnachtliche Eindrücke der Situation…

Neuerdings haben wir uns heute einen Lawinenabgang vom gestrigen 22.12. näher angeschaut. Eine Person löste bei der Abfahrt unterhalb des Kreuzjochkogels in den Nördlichen Stubaier Alpen ein Schneebrett aus, wurde aber nicht verschüttet und blieb unverletzt. Hier das Video des Wintersportlers:



Interessant dabei: Beim Aufstieg wählte der Skitourengeher dieselbe Mulde, blieb aber im flacheren Teil. Erst bei der Abfahrt, als er in den steileren Bereich auswich, löste sich die Lawine. Als Schwachschicht diente eine oberflächennahe, ausgeprägte Schicht aus kantigen Kristallen. Darunter war das Fundament stabil (Seehöhe ca. 2430m, Exposition O; 30-35°). Profile wie gehabt in der Rubrik „Schneeprofile" auf unserer Homepage.

Lawinenabgang Kreuzjochkogel vom 22.12. (Foto: 23.12.2014)

Auch heute am 23.12. wurde uns ein Lawinenabgang im Nahbereich, und zwar am Vorderen Grieskogel gemeldet. Eine Person löste bei der Abfahrt ein Schneebrett aus, fuhr aber davon, ohne etwas zu melden. Immer wieder auch für Einsatzmannschaften ärgerlich!

Lawinenabgang Vorderer Grieskogel in den Nördlichen Stubaier Alpen am 23.12. (Foto: 23.12.2014)

Vorderer Grieskogel mit Umrissen der Lawine vom 23.12. (Foto: 21.12.). Die erhöhte Störanfälligkeit in diesen Höhen- und Expositionsbereichen wäre nicht unbekannt und zudem durch recht frische Lawinen auch offensichtlich gewesen.Die Unfalllawine vom 20.12. am Hinteren Grieskogel liegt übrigens unmittelbar nördlich.

Aber es gibt nicht nur Lawinenabgänge. Hier noch ein paar Eindrücke der vergangenen Tage.

In tiefen und mittleren Lagen fehlt leider der Schnee. Darüber ist es vielerorts zumindest halbwegs winterlich. Überdurchschnittlich viel Schnee liegt in einigen Regionen entlang des Alpenhauptkammes in großen Höhen; sh. frühere Blogeinträge (Foto: 23.12.)

Kurzfristig passten die Temperaturen für Beschneiungen (Foto: 21.12.2014)

Manchmal ist es besser, auf Wegen zu bleiben (Foto: 23.12.)

Unregelmäßige Schneeverteilung (Foto: 23.12.2014)

Zumindest unterhalb etwa 2300m (vereinzelt unterhalb etwa 2600m) hat sich oberflächennah eine dünne Eiskruste gebildet. Diese stammt von der Warmfront, die vom 18.12. auf den 19.12. über Tirol zog.

Die Schneequalität nimmt ab. (Foto: 23.12.2014)

Unser Tipp für die Weihnachtsfeiertage: Man muss nicht immer sehr steil unterwegs sein, um Spaß zu haben. Derzeit erfordert der Schneedeckenaufbau vielerorts (trotz der Schneearmut) etwas Zurückhaltung.

Somit bleibt uns noch auf diesem Wege allen frohe Weihnachten und Festtage zu wünschen! Wir melden uns via Blog während der Feiertage nur bei außergewöhnlichen Ereignissen.

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