Samstag, 14. Februar 2015

Zusatzinfos zum tödlichen Lawinenunglück Engelspitze, Außerfern

Hundeführer Jörg Brejcha, war gestern auf der Lawine und hat uns mit Fotos versorgt. Es handelte sich um den bereits vermuteten Hang, in dem die Lawine von einer Person ausgelöst wurde. Obwohl wir noch keine Schneeprofile vom Anrissbereich haben, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass es sich um ein Altschneeproblem gehandelt hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürften die Regenkrusten vom 03.01 und 10.01. bzw. die in diesen Bereich gebildeten kantigen Kristallen als primäre Gleitfläche für das Schneebrett in Frage kommen. Nach unserem Infostand wurde das Brett nach den ersten Schwüngen in den Hang ausgelöst, einem Übergangsbereich von wenig zu viel Schnee, wo mitunter vermehrt Schwimmschnee vorhanden war.

Nach einem Telefonat mit dem zuständigen Alpinpolizisten Herberg Jankovich am 14.02. in der Früh hier noch ein paar Zusatzinfos: Die 3-köpfige Tourengruppe fuhr vom Gipfel den Grat entlang abwärts und hätte eigentlich vorgehabt, über die Aufstiegsroute ins Tal zu gelangen. Die mittlere der Personen fuhr dabei kurz nach rechts in den Hang ein, um offensichtlich ein paar Schwünge zu machen und in Folge wieder zum Grat zurück zu gelangen. Dabei löste die Person das Schneebrett aus und wurde ca. 600m mitgerissen. Die Person hatte ein funktionierendes LVS-Gerät bei sich. Es waren neben Bergrettern, Alpinpolizei und Hubschraubern  3 Lawinenhundeführer im Einsatz. Die Person konnte ca. eine Stunde nach dem Lawinenabgang in kompaktem Schnee ca. 1,5m tief verschüttet aufgefunden werden.
 
Lawinenabgang Engelspitze vom 13.02.2015. Eingezeichnet ist die Lawine. Person wurde im engen Graben verschüttet.
 
Lawinenhund im Einsatz… (Foto: 13.02.2015)
 
Lawinenausmaße samt Verschüttungsstelle © ÖK
 

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