Montag, 25. April 2016

Im Hochgebirge kurzfristig winterliche Bedingungen – Hauptgefahr bildet frischer Triebschnee in Kammnähe sowie Lockerschneelawinen aus felsigem Gelände

Das Eindringen von polarer Kaltluft macht dem Frühjahr kurzfristig einen Strich durch die Rechnung. Im Gebirge herrschen derzeit (25.04.) tief winterliche Bedingungen.

Nicht alltäglich: Winterliche Temperaturen Ende April

Schneefall im Mittelgebirge bei Innsbruck am 24.06.2016

Das Hauptproblem stellt frisch gebildeter Triebschnee dar, der v.a. in größeren Höhen durchwegs spröde und störanfällig ist.

Schneefahnen in den Nördlichen Stubaier Alpen zeugen von kaltem, lockeren Pulverschnee, der leicht zu verfrachten ist. (Foto: 24.06.2016)

Dort, wo während des sehr wechselhaften Aprilwetters (diffuse) und der Jahreszeit entsprechend intensive Strahlung auf die Schneedecke wirkt, können sich frische Triebschneepakete auch von selbst lösen. Dies ist am ehesten in kammnahen, sehr steilen, besonnten Hängen oberhalb etwa 2400m zu erwarten.

Überdies wird der Strahlungseinfluss auch dazu führen, dass vermehrt Lockerschneelawinen aus felsdurchsetztem Gelände abgehen werden.

Entsprechend der Jahreszeit handelt es sich sowohl beim frischen Triebschnee, als auch bei den Lockerschneelawinen um kurzfristige Probleme mit einer möglichen Ausnahme: Lokal kann das Gefahrenmuster kalt auf warm (gm.4) eine Rolle spielen, da sich durch große Temperaturunterschiede zwischen der vormals feuchten Schneeoberfläche und dem nun kalten Neuschnee eine dünne Schwachschicht aus kantigen Kristallen bilden könnte. Grob geschätzt können derzeit am ehesten schattseitige Hänge um 2500m und sonnseitige Hänge oberhalb etwa 3000m davon betroffen sein. Eine diesbezügliche Bestätigung fehlt uns allerdings. Umso dankbarer sind wir deshalb für entsprechende Rückmeldungen. (Dazu reicht es aus, mit der Hand bis zur kürzlichen Altschneeoberfläche zu graben, dort zu schauen, ob man kantige, zuckerartige Kristalle findet und dann versucht, den darüber befindlichen Schneeblock mit der Hand abzuscheren.)

Intensive Setzung, aber auch der um diese Jahreszeit oftmals markante Anstieg der Schneehöhe mit der Seehöhe unterrepräsentiert die tatsächlichen Neuschneemengen während der vergangenen 72 Stunden. Spitzenreiter waren die südlichen Stubaier Alpen mit gemeldeten 50-80cm Neuschnee während der vergangenen 3 Tage.

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