Freitag, 11. November 2016

Störanfälligen Triebschnee in großen Höhen sowie Gleitschneerutsche auf steilen, glatten Flächen beachten

Kräftiger Wind und Neuschnee ab dem 09.11. haben die Lawinengefahr in Tirols Bergen ansteigen lassen. Dies gilt insbesondere für hohe und hochalpine Regionen Tirols. Das Hauptproblem ergibt sich dabei aus kürzlich entstandenen Triebschneepaketen, die verbreitet schlecht mit der darunter befindlichen Schneeoberfläche verbunden sind. Diese stammte von den Schneefällen vom 06.11. bis 07.11. und war meist locker und kalt. Zum Teil bildete sich dort auch Oberflächenreif.

Oberflächenreif am Hoadl in den Nördlichen Stubaier Alpen (Foto: 09.11.2016).

Schneeprofil im Königstal in den Südlichen Stubaier Alpen vom 08.11.2016. Man erkennt den Oberflächenreif samt kürzlich gefallenen Neuschnee. Wichtig erscheint auch noch der bodennahe Schwimmschnee unter einer harten Kruste, die sich bis Ende September gebildet hat.

Am 08.11. abends begann dann der Wind in großen Höhen kräftiger zu wehen. Dadurch bildeten sich unmittelbar störanfällige Triebschneepakete. Zum Teil beobachtete man auch spontane Schneebrettlawinen in windabgewandten, vorwiegend kammnahen, sehr steilen Hängen.


Ein Rückblick auf das Wettergeschehen der vergangenen Woche: Mit Eindringen der Kaltfront am 06.11. begann es zu schneien. Anfangs war der Wind kein Thema, dieser legte erst ab den Abendstunden des 08.11. zu. Die Schneefälle vom 09.11. abends im Westen Tirols sind dann durchwegs bei kräftigem Wind gefallen.

Blick in Richtung Großglockner in den Osttiroler Tauern. Abgang kleiner Schneebrettlawinen aufgrund des Höhenwindes. Man erkennt Schneefahnen im Gratbereich. (Foto: 09.11.2016)

Kammnah löste sich am Linken Fernerkogel in den Südlichen Ötztaler Alpen ein Schneebrett. Als Gleitfläche diente lockerer, kalter Pulverschnee, eventuell sogar samt Oberflächenreif (Foto: 09.11.2016)

Schneefahnen am Großvenediger in den Osttiroler Tauern (Foto: 09.11.2016)

Ab dem 09.11. abends hat es dann im Westen des Landes unter Windeinfluss geschneit, meist waren es zwischen 10 und 30cm, lokal bis zu 50cm.


Nun am 11.11.2016 zieht neuerlich eine Front mit Neuschneefällen über Tirol. Am meisten soll es dabei wiederum im Westen sowie im Norden des Landes schneien. Man erwartet Neuschneehöhen zwischen 20cm und 40cm mit einer deutlichen Abnahme Richtung Süden. Der Wind weht dabei kräftig und dreht auf West bis Nordwest.

Die Anzahl an Triebschneepaketen wird sich dadurch weiter erhöhen. Wegen deren hohen Störanfälligkeit – es reicht geringe Belastung aus – möchten wir an Wintersportler appellieren, während des Wochenendes trotz des großen Bedürfnisses, den Tiefschnee zu genießen, frischen Triebschneepaketen im sehr steilen Gelände konsequent auszuweichen. Mit etwas Erfahrung lassen sich solche Gefahrenstellen meist recht gut erkennen. Als Trost für den kurzfristigen Verzicht: Mit dem zu erwartenden Temperaturanstieg kann von einer recht raschen Besserung der Situation ab Anfang der kommenden Woche ausgegangen werden.

Was gibt es noch zu beachten: Neben des Triebschneeproblems sollte man in den neuschneereicheren Regionen, dort wo glatte, steile Hänge sind, auf das Abgleiten von Neuschnee achten. Es sind mitunter zahlreiche Gleitschneerutsche zu erwarten.

Nicht nur auf steilen Wiesenhängen, auch auf Felsplatten oder – wie hier am Bild – auf der Staumauer des Schlegeis-Speichers gleitet frischer Schnee am Untergrund ab. (Foto: 09.11.2016)

In hohen und hochalpinen, schattigen Lagen gibt es weiterhin im sehr steilen, schattigen Gelände ein mögliches Altschneeproblem. (siehe vorangegangene Blogeinträge.)

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