Freitag, 20. Januar 2017

Kurzanalyse des tödlichen Lawinenunfalls Rotkogel – Am Wochenende raten wir zu Zurückhaltung insbesondere in Schattenhängen oberhalb etwa 1900m!

Ein Wochenende mit sonnigem Wetter und in weiten Teilen Tirols winterlicher Landschaft steht bevor. Dazu gesellt sich leider ein sehr ernst zu nehmendes Altschneeproblem, welches in Schattenhängen beginnend von 1900m aufwärts besonders ausgeprägt ist. Wir möchten deshalb dringend appellieren, steile Schattenhänge oberhalb etwa 1900m möglichst zu meiden! Oberhalb der Schwachschichten liegt nämlich meist eine nicht allzu mächtige Schneedecke, sodass Wintersportler durch deren Belastung Schneebrettlawinen recht leicht auslösen können. Hier zur Verdeutlichung der Situation eine Kurzanalyse des tödlichen Lawinenunfalls unterhalb des Rotkogels in den Südlichen Ötztaler Alpen. vom 19.01.2017.

Die rote Ellipse zeigt den Unfallbereich. Das Anrissgebiet ist ca. 40 Grad steil. © tiris

Der rote Pfeil zeigt die Einfahrtsspur des Wintersportlers. Im Vordergrund misst Alpinpolizist Martin Wieser das Lawinenausmaß: ca. 350m lang, 150m breit (Foto: 20.01.2017)

Im Vordergrund erkennt man die Verschüttungsstelle. Die Verschüttungstiefe betrug 3,5m und erklärt sich auch daraus, dass der in Fließrichtung linke Teil der Lawine leicht verzögert abging. (Foto. 20.01.2017)

Unser Beobachter Peter Raich im Aufstieg zum Einfahrtsbereich (Foto:; 20.01.2017)

Die Einfahrtsspur. Die Person stampfte vom Skigebiet über einen Rücken aufwärts und fuhr dann in den Hang ein. (Foto: 20.01.2017)

Ein Blick in die Schneedecke beim Lawinenanriss im Einfahrtsbereich: Man erkennt unterhalb des kürzlich gefallenen Neuschnees eine dünne Kruste, darunter sehr lockeren, bindungslosen Schnee. Unsere Stabilitätstests zeigten meist eine schlechte Verbindung dieser Schichten untereinander.

Schneeprofil, beim Lawinenanriss

Morgen, am 21.01. erscheint ein weiterer Blogeintrag. Vorweg: Es gibt genügend Alternativen, wo man recht sicher unterwegs sein kann, dies in den schneereichen Regionen v.a. unterhalb der Waldgrenze. Man wird dabei zumindest teilweise noch mit schönem Pulver belohnt.

Unterwegs in den Westlichen Nordalpen. Toller Pulver, stabile Schneedecke auf 1600m Seehöhe (Foto: 17.01.2017)

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